Wechselmodell – abwechselnde Betreuung durch beide Elternteile

Immer mehr Elternteile wollen nach der Trennung beide gleichsam am Alltag des gemeinsamen Kindes teilhaben. Wenn der eine Elternteil dagegen ist, war die Wahl des Wechselmodells bisher eher schwierig. Was Sie über das Wechselmodell wissen müssen, erfahren Sie hier.

Wechselmodell löst Residenzmodell teilweise ab

Elternteile, die ihr gemeinsames Kind mit dem ehemaligen Partner und anderen Elternteil gleichwertig betreuen wollen, entscheiden sich für das Wechselmodell. Hierbei lebt das Kind abwechselnd bei dem Vater und bei der Mutter. Anders hingegen das Residenzmodell, das die bisher klassische Verteilung des Trennungskindes so regelt, dass das Kind hauptsächlich bei einem Elternteil lebt und nur zu festgelegten Umgangszeiten beim anderen Elternteil lebt, so zum Beispiel jedes zweite Wochenende. Viele Elternteile wollen ihr Kind nach der Trennung weiterhin regelmäβig sehen und am Alltag des Kindes weiterhin teilhaben. Das Wechselmodell ist hierfür prinzipiell geeignet. Eine Regelung könnte bspw. so aussehen, dass das Trennungskind eine Woche bei dem Vater und die andere Woche bei der Mutter lebt. Problematisch wurde eine solche Regelung bisher jedoch meist, wenn der andere Elternteil gegen die geteilte Betreuung des Kindes war.

BGH: Anordnung des Wechselmodells durch Familiengericht

Der BGH (Bundesgerichtshof) hat nun entschieden (Az.: XII ZB 601/15), dass gegen eine Anordnung des Wechselmodells durch das Familiengericht gegen den Willen des einen Elternteils grundsätzlich nichts spreche. Dies gelte nur unter der Voraussetzung, dass die gleichwertige Betreuung des Kindes dem Kindeswohl in der konkreten Situation am besten entspricht. Was bedeutet diese Entscheidung für mich als Elternteil, der das Kind geteilt betreuen möchte? Laut des Beschlusses des BGH haben Sie gute Chancen auf eine auf ein Wechselmodell gerichtete Regelung des Umgangs , wenn dies dem Kindeswohl entspricht. Dies gilt auch dann, wenn Ihr ehemaliger Partner gegen ein geteiltes Umgangsrecht ist. Zu bedenken ist, dass das Wechselmodell eine gröβere Organisation und auch Doppeltanschaffungen erfordert. Sollten Sie also mit Ihrem Ex-Partner im Streit auseinander gegangen sein, kann die Anordnung des Wechselmodells vom Familiengericht auch abgelehnt werden. Je älter das Kind ist, desto mehr geht das Gericht auch auf den Wunsch des Trennungskindes ein. Dies könnte für das Wechselmodell ein weiterer Stolperstein sein.

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