Online-Banking – Kosten für unbenutzte SMS-TAN nicht zulässig

Um im Online-Banking eine Überweisung tätigen zu können, muss man eine sog. TAN (Transaktionsnummer) eingeben. Viele Banken verlangen von ihren Kunden für die Versendung der SMS-TAN ein Entgelt. Dies jedoch teilweise zu Unrecht, wie der BGH nun in einem Urteil entschied. Wann Sie zur Kasse gebeten werden dürfen für die Zusendung von SMS-TAN durch Ihre Bank erfahren Sie hier.

Nur tatsächlich eingesetzte SMS-TAN dürfen den Kunden etwas kosten

Eine Art der Bereitstellung von TAN stellt das SMS-TAN Verfahren dar, bei welchem die Bank dem Kunden die TAN per SMS auf das Handy schickt. Diese Nummer muss der Kunde eingeben, nachdem er die Überweisung in Auftrag gegeben und die SMS-TAN erhalten hat. Nach der Eingabe der TAN wird die Überweisung durchgeführt. Doch die meisten Banken verlangen für diese Zusendung regelmäβig ein Entgelt in Höhe von 10 Cent pro SMS.

Wie der BGH (Bundesgerichtshof) jüngst entschied (Az.: XI ZR 260/15), ist die Erhebung von einem solchen Entgelt für SMS-Tan durch Banken nur dann gerechtfertigt und damit zulässig, wenn die SMS-TAN vom Kunden auch tatsächlich genutzt wird. Eine Klausel der Bank, nach der die Zusendung von SMS-TAN pauschal Kosten auslöst, unabhängig von der tatsächlichen Nutzung durch den Kunden, stellt eine unangemessene Benachteiligung dar, weshalb die Klausel unwirksam im Sinne des § 307 Abs. 2 BGB ist. Denn der Kunde würde sonst auch dann das Entgelt zahlen müssen, wenn die TAN wegen Überschreitung der zeitlichen Geltungsdauer oder er sie wegen eines Phishing-Verdachts nicht verwendet. Der Zahlungsauftrag müsse unter Verwendung der SMS-TAN also erfolgreich durchgeführt worden sein, damit die Kosten zulässig sind.

Keine pauschalen Kosten für jede verschickte SMS-TAN

Bedeutet das, dass ich künftig gar nicht mehr zur Kasse gebeten werden kann für die Zusendung von SMS-TAN? Doch, wenn Sie nämlich die TAN auch eingeben und der Zahlungsauftrag dadurch erfolgreich durchgeführt wird, ist gegen die Erhebung von Kosten durch Ihre Bank nichs einzuwenden. Verbraucher, die oft im Online-Banking überweisen, sollten sich daher überlegen, ob sie nicht auf das CHIP TAN Verfahren umsteigen wollen, bei dem ein TAN-Generator die Transaktionsnummer hergibt. Auβerdem können Kunden, die bisher für jede SMS-TAN gezahlt haben, die Zahlungen der letzten drei Jahre von ihrer Bank nun zurückfordern.

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