Maklergebühr für Wohnungsbesichtigung nicht zulässig

Das seit Juni 2015 geltende Bestellerprinzip legt fest, wer die Maklergebühr bei Vermietungen bezahlen muss. Maklergebühren wie Servicegebühren sind jedoch nicht immer gerechtfertigt. Erfahren Sie hier, wann Sie für welche Leistung des Maklers zur Kasse gebeten werden dürfen und wie hoch die Maklergebühr im Einzelnen sein darf.

Maklergebühr: für welche Leistungen?

In unserem anderen Artikel haben wir bereits über das seit Juni 2015 geltende Bestellerprinzip aufgeklärt, wonach bei Vermietungen nur derjenige die Provision des Maklers zu zahlen hat, der den Makler beauftragt hat. Doch für welche Leistungen kann der Makler überhaupt Gebühren verlangen? So verlangen Makler zum Teil Servicegebühren oder eine Verwaltungsgebühr für die Vermittlung von Wohnungen. Dies ist jedoch unzulässig, da laut § 652 BGB der Vergütungsanspruch des Maklers erst entsteht, wenn er einen Interessenten nachgewiesen hat und infolgedessen ein Kauf- oder Mietvertrag zustande kommt. Servicegebühren müssen Sie daher nicht entrichten. Zu beachten ist jedoch, dass der Makler zusätzliche Aufwendungen ersetzt verlangen kann, wenn dies vereinbart wurde. Sie sollten daher darauf achten, was in Ihrem Maklerverag aufgelistet ist, um zusätzliche Kosten zu der Provision zu vermeiden. Doch wie hoch ist die Maklergebühr nun? Bei der Wohnungsvermietung liegt die zulässige Höchstprovision gemäβ § 3 Abs. 2 WoVermRG bei zwei Nettokaltmieten zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer. Die Höhe der Maklergebühr ist im Übrigen nicht geregelt. Hier gilt meist die ortsübliche Courtage. In Baden-Württemberg liegt diese zur Zeit bei 7,14 %.

LG Stuttgart: Wohnungsbesichtigung kostenlos

Das Landgericht Stuttgart entschied jüngst (Az.: 38 O 73/15), dass Makler für Wohnungsbesichtigungen keine Gebühr verlangen dürfen. In dem entschiedenen Fall hatte ein Makler für jeden Besichtigungstermin eine Gebühr in Höhe von 35 Euro verlangt. Der Makler rechtfertigte diese Praxis dergestalt, dass er sich als Dienstleister ansah. Das LG Stuttgart entschied jedoch, dass die Bezeichnung des Maklers egal sei. Er sei eindeutig als Makler tätig geworden bei den Wohnungsbesichtigungen. Was bedeutet dieses Urteil für mich als Mieter oder Mietinteressent? Merken Sie sich die Voraussetzungen für das Entstehen des Vergütungsanspruchs des Maklers. Liege diese nicht vor, ist die Forderung unzulässig. Haben Sie bereits eine Gebühr für Besichtigungen an den Makler gezahlt, können Sie diese zurückverlangen. Hinweisen können Sie hierfür auf das Urteil des LG Stuttgart. Eine Beschwerde beim Gewerbeaufsichtsamt über den Makler ist auch möglich.

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