Lasern: Krankenversicherung trägt zum Teil Kosten bei Sehschwäche

Die meisten Menschen haben eine Sehschwäche und benötigen entweder eine Brille oder Kontaktlinsen. Für viele mit höheren Dioptrien ist eine Lasik OP eine Alternative zu den Sehhilfsmitteln dar, die aber leider kostspielig ist. Ob Sie einen Anspruch gegenüber Ihrer Versicherung auf Erstattung der Kosten für eine Laser OP haben, erfahren Sie hier.

BGH: Sehschwäche ist Krankheit i.S.d. AVB

Bisher wurde die Fehlsichtigkeit nicht als eine Krankheit im Sinne einer Abweichung vom natürlichen körperlichen Zustand gemessen am normalen Alterungsprozess angesehen. Laut BGH (Bundesgerichtshof) stellt eine Fehlsichtigkeit von – 3 Dioptrien eine Krankheit im Sinne der AVB (Allgemeine Versicherungsbedingungen) dar, wenn sie auf beiden Augen vorliegt und ohne Korrektur kein beschwerdefreies Sehen möglich ist. Bei der Definition von Krankheit komme es laut BGH nämlich auf die Vorstellung eines durchschnittlichen Versicherungsnehmers an. Dieser verstehe darunter ein beschwerdefreies Lesen und die gefahrenfreie Teilnahme am Straβenverkehr. Im vom BGH entschiedenen Fall (Az.: IV ZR 533/15) litt die Klägerin unter einer Sehschwäche von -2,75 Dioptrien auf dem einen und von -3 Dioptrien auf dem anderen Auge. Nach einer erfolgreichen Lasik OP verlangte sie die Kosten für diese OP in Höhe von etwa 3500 Euro von ihrer Privatversicherung.

Krankenversicherung: Medizinische Notwendigkeit für Lasern

Abzuwarten bleibt, ob die von der Klägerin durchgeführte OP eine medizinisch notwendige Heilbehandlung war. Der BGH verwies den Rechtsstreit an das Berufungsgericht, um diese Frage zu klären. Die Notwendigkeit der Heilbehandlung sah der BGH auch bei Vorhalt des möglichen Ausgleichs der Fehlsichtigkeit durch eine Brille oder Kontaktlinsen nicht als in Frage gestellt an, sondern betonte, dass diese Hilfsmittel nicht zu einer Heilbehandlung, sondern nur zum Ausgleich der Sehschwäche führen. Dafür, dass die Versicherung aber nur für solche Hilfsmittel finanziell einzustehen habe, gebe es keine Anhaltspunkte.

Was bedeutet dieses Urteil nun für mich? Kann ich mich lasern lassen und dann die Kosten von meiner Versicherung herausverlangen? Ganz so einfach ist es nicht. Gesetzlich Versicherte haben leider kein Glück, die Krankenkassen beteiligen sich nur mit einem Anteil an den Kosten der OP, wenn nachweislich die Hilfssehmittel unverträglich sind. Anders sieht es für Privatversicherte aus, deren Tarife keine Regelung zu solchen Kosten enthalten und damit Platz für Spielraum lassen. Ab wieviel Dioptrien allerdings eine medizinische Notwendigkeit der Laser OP gegeben ist, steht bisher nicht sicher fest und sollte mit der Versicherung am besten vor der OP geklärt werden.

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